Was ist Mao Cha?

Mao Cha ist eine Vorstufe des Pu-Erh Tees. Im folgenden erfahren Sie wie aus den Teeblättern am Baum Mao Cha gemacht wird, aus dem dann Pu Erh gewonnen werden kann.

Schritt 1:

Die Teeblätter werden von den Bäumen handgepflückt. Die Pflücker sammeln sie in Bambuskörben und achten darauf, dass die Teeblätter sanft darin liegen. Werden die Blätter während des Pflückens oder in den Bambuskörben zu durch Pressung oder Risse geschädigt, können die Blätter nicht mehr verwendet werden. Hier ist also wirklich Fingerspitzengefühl angesagt.

Schritt 2:

Diese frisch gepflückten Teeblätter werden dann ins Dorf gebracht, wo sie auf Bambusmatten ausgebreitet werden, um sie biegbarer zu machen. Die Bambusmatten wiederum befinden sich in Räumen mit guter Luftzirkulation – entweder durch Wind, oder durch Ventilatoren. Dadurch wird der Feuchtigkeitsgehalt etwas reduziert, was wichtig ist, um Schäden im anschließenden Schritt zu vermeiden. Auch dieser Arbeitsschritt muss mit höchster Sorgfalt durchgeführt werden. Denn einerseits soll die Feuchtigkeit in den Blättern reduziert werden, andererseits soll jedoch Oxidation vermieden werden.

Schritt 3:

Der nächste Schritt (“Killing Green”, übersetzt: “das Grün töten”) besteht darin, die feuchtigkeitsreduzierten Teeblätter auf besondere Weise zu erhitzen. Die Teeblätter werden in eine große, erhitzte Metall-Pfanne gelegt. Die Teemacher bewegen die Teeblätter dann beständig in der großen Pfanne mit ihren Händen, um zu vermeiden dass einzelne Teeblätter zu lange direkter Hitze an der gleichen Stelle ausgesetzt werden.

Die Handbewegungen, mit denen die Blätter in der Pfanne bewegt werden müssen langwierig einstudiert werden, um zu gewährleisten, dass alle Teeblätter gleichmäßig erhitzt werden. Auch die Hitze der Pfanne wird auf’s genaueste kontrolliert.

Es bedarf viele Jahre des Lernens bis jemand imstande ist zu beurteilen, wie lange die Teeblätter so erhitzt werden. Schon kleine Fehler können dazu führen, dass die geschmackliche Qualität des Tees vermindert wird.

Schritt 4:

Jetzt werden die Teeblätter entweder gerollt oder geknetet. Auch die Roll- und Knettechniken müssen erlernt werden, um das richtige Ergebnis zu erlangen. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist es die Zellstruktur im Innern der Blätter aufzubrechen, ohne die Blätter oder deren Stamm selbst zu schädigen.

Schritt 5:

Jetzt werden die Teeblätter in der Sonne getrocknet. Doch auch das Trocknen erfordert Aufmerksamkeit. Zuerst werden die einzelnen Blätter ihrer Qualität entsprechend in mehrere Gruppen sortiert. Je nachdem wie stark die Sonne scheint, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist, wie windig es ist müssen die Teeblätter länger oder kürzer getrocknet werden. Einerseits dürfen sie nicht zu feucht sein – andererseits dürfen sie auch nicht zu trocken sein, was zu brüchigen Blättern führen würde.

Erst jetzt hat man Mao Cha – eine frühe Vorstufe des Pu Erh Tees. Der Mao Cha wird dann weiterverkauft an Teemanufakturen und Teemeister, die ihn nun nutzen, um daraus Pu Erh Tee zu machen.

Für einen Teehersteller ist es wichtig, dass er hochwertigen Mao Cha bekommt. Wir haben gerade gesehen, dass es schon eine Kunstfertigkeit ist, Mao Cha zu produzieren. Aber was anschließend mit dem Mao Cha passiert, um daraus einen guten Pu Erh Tee zu produzieren, ist nochmals wesentlich komplexer und anspruchsvoller, und erfordert eine noch spezialisiertere Kenntniss der Teeblätter und Pu Erh Fermentierungsprozesse.

Schon kleine Fehler können dazu führen, dass die geschmackliche Qualität des Tees vermindert wird.
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